Klinker

Beim Klinker handelt es sich um einen Ziegelstein. Dieser wird unter besonders hohen Temperaturen gebrannt. Dadurch entsteht der sogenannte Sinterprozess, durch den die Poren des Steins geschlossen werden. Das hat den Vorteil, dass Klinker nur wenig Wasser aufnehmen und sich beim Bau als sehr widerstandsfähig erwiesen haben. Den Namen hat der Stein durch den hohen Klang, der entsteht, wenn zwei Klinker aneinander geschlagen werden. Eine alte Bezeichnung für Klinker ist auch Hartbrandziegel.

Klinker mit ihren unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten

Klinker werden aus Schamotten hergestellt, aus Feldspäten, sowie rot- und weißbrennenden Tonmineralien. Unterschiedliche Zuschläge, die der Rohmasse beigefügt werden verändern die vielfältigen Farbnuancen, was diese Steine so interessant und dekorativ macht. Handelt es sich beim Klinker um Mauerstein, wird er aus Ton und Wasser hergestellt und im sogenannten Strangpressverfahren geformt. Soll der Klinker dagegen bei der Restauration oder Sichtmauerwerken eingesetzt werden, wird oft handgeformtes Material verwendet, das natürlicher aussieht.

Die verschiedenen Klinkerarten

Der Torfbrandklinker ist meist in besonderen Grüntönen gefertigt. Diese Farbe entsteht durch die Beimischung von Torf, wie der Name schon erahnen lässt. Bekannte Bauwerke, wie zum Beispiel das Broschek-Haus in Hamburg oder das Chilehaus, sind aus Torfbrandklinker hergestellt. Es gibt allerdings nur noch einen Ringofen, der Torfbrand-Klinker herstellt. Dieser steht in Ostfriesland. Der Klinker aus diesem Ofen wird als Wittmunder Torfbrandklinker verkauft.

Der Greppiner Klinker ist ein gelber Ziegelstein, der hartgebrannt wird. Er wird unter bedeutend höheren Temperaturen gebrannt und erhält dadurch eine geschlossene Oberfläche. Diese Klinker hat man Ende des 19. Jahrhundert bevorzugt zur Verblendung von Bahnbauten eingesetzt.

Ein sehr beliebter Klinker ist der Münsterländer Kohlebrand. Dieser Stein hat die charakteristischen Klinkerfarben. Allerdings erkennt man ihn an markanten Kohlebrandwülsten oder alternativ auch an Schmauchfahnen, die leicht rußig auf der Brennhaut wirken. Bei der Verarbeitung wird regional abgebaute Tonerde verwendet. Dazu kommt original Ruhrgebietskohle. Den Klinker im Münsterländer Kohlebrand findet man an vielen Fassaden von Industriebauten aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Auch das „Schloss Münster“ ist mit Klinker aus Münsterländer Kohlebrand verblendet.

Klinkerfassade - Klassiker beim Hausbau

Bereits Ägypter und Römer haben beim Hausbau Klinker verwendet. Auch in der heutigen Zeit sind Klinker an Bauwerken sehr beliebt. Der Baustoff hat viele Vorteile. Man sollte aber auch die Nachteile nicht übersehen.

Bei der Verwendung von Klinker überwiegen die Vorteile. Er wird meist im Wärmedämm-Verbundsystem eingesetzt. Das hat den Vorteil, dass durch die Fassade die nötige Wärmedämmung erfolgt. Die Klinker nehmen außerdem auch die Feuchtigkeit nicht so schnell auf, wie das bei Kalksandstein oder Bimsbeton der Fall wäre. Die Poren des Klinker sind recht klein und daher wird weniger Wasser aufgesaugt, wie zum Beispiel bei den grobporigen Ziegelsteinen. Durch die kompakte Art des Klinkers wird das Wasser auch nur bedingt gespeichert und wird nur sehr langsam transportiert.

Bei Regen kann durch porösen Mörtel Wasser durch Fugen gelangen. Die Wandinnenseite wird feucht. Dadurch kann es passieren, dass auf Dauer auch das Mauerwerk Schaden nehmen kann. Wie und in welchem Ausmaß dies erfolgt, hängt von der Qualität der Steine ab. Daher sollte man beim Kauf auf eine hochwertige Auswahl bei den Klinkersteinen achten. Dann können auch Herstellungsschäden dem Mauerwerk nur wenig schaden. Klinker schützen das Gebäude vor den Witterungseinflüssen. Außerdem kann hochwertiger Klinker auch beim Energiesparen nützlich sein.