Gipskarton Wände

Bei Gipskarton handelt es sich um einen Baustoff, der aus Gips hergestellt wird. Gebräuchlich am Bau sind Gipskarton-Bauplatten. Sie haben einen Kartonagen-Bezug auf beiden Seiten und finden vorwiegend im Trockenbau oder Akustikbau ihre Verwendung. Die beidseitig angebrachten Kartonagen sorgen für Stabilität und Aufnahme der Zugkräfte.

Gipskartonplatten sind keine Gipsbauplatten

Die Gipskartonplatten werden oft mit den Gipsbauplatten verwechselt. Solche Platten aber bestehen nur aus Stuckgips, sie sind umlaufend mit Nut und Feder einfasst und zwischen 60 und 100 mm stark. Gipskartonplatten haben sehr viele positive Eigenschaften. Sie sind leicht und lassen sich schnell und besonders einfach verarbeiten. Dabei sind sie schwer brennbar und nehmen nicht zu viel Platz beim Einbau weg. Leichte und nichttragende Wände im Innenbereich, Verkleidungen von Dachschrägen oder abgehängte Decken werden gerne mit diesem Material hergestellt.

Geringe Feuchtigkeitsbeständigkeit schafft Probleme

Gipskartonplatten können nur im trockenen Innenbereich verwendet werden. Sie haben nur eine geringe Wasser- und Feuchtigkeitsbeständigkeit. Besteht eine hohe Luftfeuchtigkeit oder ähnliche klimatische Bedingungen, dann bildet die Kartonschicht einen idealen Nährboden für Schimmel. Bei Feuchtigkeit auf der Oberfläche besteht eine optimale Grundlage für die Anhaftung der gefährlichen Mikroorganismen. Gipskartonplatten gibt es auch für Feuchträume. Sie haben die Bezeichnung GK-H und sind dadurch zu erkennen, dass sie grün eingefärbt sind. Für den brandgefährdeten Bereich gibt es feuerhemmende Platten mit der Bezeichnung GK.

Im Gips enthalten ist chemisch gebundenes Wasser. Wird der Gips stark erhitzt, verdunstet dieses Wasser. Die angrenzenden Bauteile können dadurch für eine begrenzte Dauer gekühlt werden.

Die Vorteile der Gipskartonplatten

Auch wenn nicht alles Positiv ist, bieten Gipskarton-Wände auch enorme Vorteile. Vor allem in Bezug auf die bauphysikalischen Eigenschaften. Die Gipskarton-Wand hat offene Poren, in die sie die Luftfeuchtigkeit des Raumes aufsaugt. Bei steigenden Temperaturen wird diese Feuchtigkeit wieder in die Raumluft abgegeben. So sind die Gipsplatten in der Lage, ganz von alleine die Luftfeuchtigkeit zu regulieren und damit ein angenehmes Raumklima zu schaffen.

Ein weiterer Vorteil ist die geringe Wärmeleitfähigkeit. So bleibt auch im Winter die Wärme im Raum erhalten. Die Oberflächenleitfähigkeit der Gipskarton-Wand ist sehr gering. Eine elektrische Aufladung ist daher ausgeschlossen. Der Staub setzt sich weniger häufig auf der Oberfläche ab.

Ein dritter wichtiger Vorteil ist das Gewicht. Die Gipskarton-Platten, aus denen die Wände bestehen sind besonders leicht. Schon beim Transport wird man diesen Vorteil zu schätzen wissen. Sie lassen sich überall, an jeder Stelle, ohne Probleme, selbst für Laien, gut montieren.

Die Gipskarton Wände können es mit den massiven Varianten der Wände im Innenbereich sehr gut aufnehmen. Ist wenig Raum vorhanden, dann sind die Gipskarton-Platten die ideale Lösung um keinen Raum zu verschenken. Gips enthält keinerlei Schadstoffe, somit ist er vor allem bei Allergikern die beste Lösung. Die Trockenwand aus Gipskarton hat aber noch einen ganz bedeutenden Vorteil. Es wird mit keinen nassen Elementen gearbeitet. So muss auf der Baustelle auch nicht mit Feuchtigkeit gerechnet werden. Der Bau ist in diesem Bereich jederzeit trocken.